Archiv der Kategorie ‘Aktuelles‘

 
 

Jetzt neu im duotincta-Verlag:

Soeben ist mein erster Roman im Berliner duotincta-Verlag erschienen: „Engel im Schatten des Flakturms“.

In einem Wiener Kaffeehaus: Der namenlose Ich-Erzähler, Schriftsteller und „Abenteurer in eigener Sache“, vertreibt sich die Wartezeit bis zur Abfahrt des Nachtzuges nach Berlin mit Notizen zu einem größeren Werk, das er in der Berliner Wohnung seines verstorbenen Freundes und Mentors Stidmann fortsetzen will. Dieses Vorhaben wird allerdings gehemmt durch die Aufzeichnungen des Literaturwissenschaftlers Stidmann, vor allen sind es drei Briefe von drei Frauen, die den Schriftsteller in ihren Bann ziehen. Der Ich-Erzähler begibt sich auf Spurensuche um die halbe Welt, eine tour de force mit kuriosen Abenteuern und ungewöhnlichen Begegnungen. Und immer wieder geht es um „Fragen der Produktivität“: Wird es dem Schriftsteller gelingen, sein Werk zu beenden?

Jetzt zu bestellen in jeder Buchhandlung, direkt beim Verlag oder über Amazon.

4.Mai: Lesung an der Ostsee

In der Alten Büdner in Kühlungsborn an der Ostsee habe ich aus meinem Roman „Engel im Schatten des Falkturms“ gelesen.

/Leipziger Buchmesse 2019

Leipzig liest, und ich bin dabei, in der Halle 2, Leseinsel Junge Verlage: Lesung aus meinem im Mai erscheinenden Roman „Engel im Schatten des Flakturms“ beim duotincta-Verlag, Berlin.

/Leipziger Buchmesse 2019

Mit Lektor Ansgar Koeb am Messestand des duotincta-Verlages.

/On Kawaras letztes Date Painting

Mein Essay „On Kawaras letztes Date Painting“ wurde jetzt veröffentlicht:

TEXTEM Kulturmagazin / Texte und Rezensionen, Textem Verlag  Hamburg.

Hier geht´s zum Text.

/wie gut es mir geht – eine feststellung

ich musste nicht mit napoleons truppen durchs eisige russland stand bisher nie auf einer liste mit todeskandidaten wurde nie zu den leprösen in ihre kolonien geschickt musste keinen gelben stern an meiner Kleidung tragen hatte bisher immer genug wasser zu trinken musste nie den anblick von hingerichteten ertragen habe mich nicht vor dem großinquisitor rechtfertigen müssen war nicht an der front während des irakkrieges habe nie als pestarzt praktiziert wurde bisher nie in einen bandenkrieg verwickelt lag nicht vor ypern im giftigen gas wurde bisher keinem verhör und keiner folter unterzogen hatte bis heute keine begegnungen mit gefährlichen glatzen musste nicht in die augen der ssoffiziere blicken gehöre bisher nicht zu den wegen ihrer meinung verfolgten habe nie für lebensmittelrationen anstehen müssen werde mit leichen aus massengräbern nur im tv konfrontiert war bisher nie das opfer eines tsunamis muss nie den abwurf einer atombombe befehligen wurde bisher nicht von granatsplittern getroffen musste bis dato nie in den lauf einer pistole blicken war bis jetzt nicht einer tödlichen strahlung ausgesetzt habe nie an einem erschießungskommando teilnehmen müssen war bis heute nie der willkür einer diktatur unterworfen weiß nur aus der zeitung von der existenz von todesschwadronen musste nie die opfer einer katastrophe identifizieren stand nie einem killer der mexikanischen drogenmafia gegenüber bin bis jetzt nie einer wilden bestie begegnet komme nicht als retter in einem erdbebengebiet zum einsatz musste bisher nicht durch eine feuerhölle gehen kenne todbringende seuchen bis jetzt nur aus den nachrichten wurde nie in einem viehwaggon in ein lager verschleppt war nie das opfer eines angriffes mit napalm musste bisher nie den lärm einer flugabwehrkanone ertragen wurde bis heute nie wegen meiner hautfarbe bespuckt werde nie die lebensrettende operation eines kindes durchführen müssen musste bis heute mein land nicht verlassen

(veröffentlicht in: SIGNUM – Hefte für Literatur und Kritik, Ausgabe 1 / 19, Dresden 2019)

/Lesung im Autorenforum Berlin

11. Februar 2019, 20 Uhr, Schwartzsche Villa Berlin-Steglitz: Ich stelle meine Erzählung „Die Blendung“ den kritischen Gästen des Autorenforums Berlin vor.

(Foto: privat)

/die innere stadt, in: HIEB – Ganz Wien in einem Magazin

in der herzgruft schlägt die stunde der wahrheit

jetzt wirft die burenwurst lange schatten und

ein mann ohne alter erinnert sich an eine jugend ohne gott

woher nehmen wenn nicht stehlen fragt der blinde bucklige und

der dozent für festkörperphysik verzweifelt über seinen atomkernen

ungehobelte kutscher auf betrunkenen gäulen ziehen einer sopraneuse das fell über die ohren und

ein tumber tor hält sich für dante oder einen hummer oder für sonstwas

irgendeiner erzählt geschichten aus dem wienerwald währenddessen

nähert sich ein strauchdieb einem flatterhaften wesen in lila

im katasteramt zuckt verzweifelt vergessenes neon

vor sich hin starrend redet einer müde über glaube liebe hoffnung

jedenfalls hocken sie alle wieder im bräunerhof verrauchte geschöpfe huren hie und da

kasimir ruft karoline sie hört ihn nicht wer weiß warum

drüben schwadroniert ein recht seltsamer herum und

ein weißrotgestreifter zwergpinscher beschwert sich über gott und die welt na und wer will das wissen

vor dem ambassador wechselt geld zweifelhafter herkunft den besitzer

über dem heldenplatz verdächtige stille nur das pochen vergangener zeiten irgendwo im kopf

der ewige spießer ist wieder unterwegs ein kind unserer zeit ja doch

in den trafiken wird gezänkt und misanthropisch herumgepiefelt

ein schwarzer herr aus burundi verkündet endlich die zeit der magie

in einer musikalienhandlung geraten zwei fdur aus den fugen

in modernden gewölben herrscht ewiger friede jedenfalls

verspielt ein mann aus gutem hause seinen ruf in einer roten bar ohne hinterausgang mit frauen in silbernen röcken

eine elevin mit besten manieren schwänzelt durch das verwelkte rosarium im volksgarten soll sie soll sie doch

vor der pestsäule steigen die neuesten gerüchte empor

ein chasside glättet die falten seines kaftans und

beim palais pallfy wartet das mädchen aus der registratur auf einen höheren beamten ungeduldig verbotene liebe

junge falter lassen ihr leben im licht der straßenlaterne

die kuppel von maria am gestade spiegelt sich im grauen fluss und

tauben vergiften den park dazu

wiener bonzen wohin man schaut siehe da

ein mann ohne eigenschaften tarockiert mit einem blauen portugieser aber

die letzten tage der menschheit sind fern und

in einer mokkatasse mit goldrand lächelt obers weißgelb

wittgensteins neffe wirr wie immer spricht mit sich selbst

eine weithin bekannte diseuse verfällt einem schwerenöter von format

ein mann der theorie sucht nach einer erklärung für alles

der glöckner von st peter kriecht aus seinem verlies zählt nachtschwarze vögel

und tief unten in der gruft zittern bleichlich die gebeine

(veröffentlicht in: HIEB – Ganz Wien in einem Magazin, Nr. 2 / Winter 2018)

/ElFriede

Du hast uns nichts als Unfrieden gebracht!

Du musst immer alles zur Sprache bringen!

Du lässt den Toten ihre Ruhe nicht!

Du störst ständig unsere Kreise!

Du spielst mit unseren Errungenschaften!

Du verhext unsere Jugend!

Du bringst Chaos in unser Leben!

Du bist eine hemmungslose Pornografin!

Du setzt uns Dinge vor, die wir nicht verstehen!

Du machst dich über uns lustig!

Du verbietest uns, deine Werke aufzuführen!

Du legst den Finger in unsere Wunden!

Du zwingst uns dazu, hinzuschauen!

Du verdirbst uns in einem fort den Spaß!

Du hältst uns dauernd den Spiegel vor!

Du machst uns lächerlich vor den Augen der Welt!

Du nimmst uns unsere Illusionen!

Du kannst die Dinge nie ein für allemal ruhen lassen!

Du bist eine Brandstifterin, ein Feuerteufel!

Du liebst es, unsere Mythen zu entzaubern!

Du beschmutzt unser Nest!

Du wirbelst mächtig Staub auf!

Du hast an allem etwas auszusetzen!

Du kannst dich nicht mit uns arrangieren!

Du kommst ständig mit neuen Vorwürfen daher!

Du willst nur Unruhe stiften!

Du kannst nie den Mund halten!

Du bringst unsere Vorstellungen ins Wanken!

Du stößt uns mit der Nase auf Dinge, von denen wir nichts wissen wollen!

Du irritierst uns mit künstlerischen Zumutungen!

Du gehst keinem Disput aus dem Weg!

Du lässt nichts, aber auch gar nichts aus!

Du stößt unsere Heiligen von ihren Sockeln!

Du hältst dich an keine Regeln und Vorschriften!

Du suchst ständig die Konfrontation!

Du musst dich überall einmischen!

Du hast dich der Blasphemie verschrieben!

Du raubst uns unseren Schlaf!

Du lässt an uns kein gutes Wort!

Du verwirrst uns mit rätselhaften Ergüssen!

Du bist von allen guten Geistern verlassen!

Du lässt deine Wut an uns aus!

Du bringst alles durcheinander!

Du bist eine unerträgliche Giftspritze!

Du erinnerst uns ständig an das, was wir vergessen wollen!

Du hast deine Auszeichnungen nicht verdient!

Du bist ein einziger Skandal!

(für Elfriede Jelinek, veröffentlicht im Themenheft 2018 zum Thema „Frieden“ des Österreichischen Schriftstellerverbandes)

/Soeben erschienen: Das Buch zum Projekt „Science meets fiction“

Mein Beitrag „Eine effektvolle Faser von Mösbauers kariertem Jacket?“ war auf der entsprechenden Ausstellung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials, Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft, zu sehen und ist nun auch Teil der Projektanthologie.