/die innere stadt, in: HIEB – Ganz Wien in einem Magazin

in der herzgruft schlägt die stunde der wahrheit

jetzt wirft die burenwurst lange schatten und

ein mann ohne alter erinnert sich an eine jugend ohne gott

woher nehmen wenn nicht stehlen fragt der blinde bucklige und

der dozent für festkörperphysik verzweifelt über seinen atomkernen

ungehobelte kutscher auf betrunkenen gäulen ziehen einer sopraneuse das fell über die ohren und

ein tumber tor hält sich für dante oder einen hummer oder für sonstwas

irgendeiner erzählt geschichten aus dem wienerwald währenddessen

nähert sich ein strauchdieb einem flatterhaften wesen in lila

im katasteramt zuckt verzweifelt vergessenes neon

vor sich hin starrend redet einer müde über glaube liebe hoffnung

jedenfalls hocken sie alle wieder im bräunerhof verrauchte geschöpfe huren hie und da

kasimir ruft karoline sie hört ihn nicht wer weiß warum

drüben schwadroniert ein recht seltsamer herum und

ein weißrotgestreifter zwergpinscher beschwert sich über gott und die welt na und wer will das wissen

vor dem ambassador wechselt geld zweifelhafter herkunft den besitzer

über dem heldenplatz verdächtige stille nur das pochen vergangener zeiten irgendwo im kopf

der ewige spießer ist wieder unterwegs ein kind unserer zeit ja doch

in den trafiken wird gezänkt und misanthropisch herumgepiefelt

ein schwarzer herr aus burundi verkündet endlich die zeit der magie

in einer musikalienhandlung geraten zwei fdur aus den fugen

in modernden gewölben herrscht ewiger friede jedenfalls

verspielt ein mann aus gutem hause seinen ruf in einer roten bar ohne hinterausgang mit frauen in silbernen röcken

eine elevin mit besten manieren schwänzelt durch das verwelkte rosarium im volksgarten soll sie soll sie doch

vor der pestsäule steigen die neuesten gerüchte empor

ein chasside glättet die falten seines kaftans und

beim palais pallfy wartet das mädchen aus der registratur auf einen höheren beamten ungeduldig verbotene liebe

junge falter lassen ihr leben im licht der straßenlaterne

die kuppel von maria am gestade spiegelt sich im grauen fluss und

tauben vergiften den park dazu

wiener bonzen wohin man schaut siehe da

ein mann ohne eigenschaften tarockiert mit einem blauen portugieser aber

die letzten tage der menschheit sind fern und

in einer mokkatasse mit goldrand lächelt obers weißgelb

wittgensteins neffe wirr wie immer spricht mit sich selbst

eine weithin bekannte diseuse verfällt einem schwerenöter von format

ein mann der theorie sucht nach einer erklärung für alles

der glöckner von st peter kriecht aus seinem verlies zählt nachtschwarze vögel

und tief unten in der gruft zittern bleichlich die gebeine

(veröffentlicht in: HIEB – Ganz Wien in einem Magazin, Nr. 2 / Winter 2018)

/ElFriede

Du hast uns nichts als Unfrieden gebracht!

Du musst immer alles zur Sprache bringen!

Du lässt den Toten ihre Ruhe nicht!

Du störst ständig unsere Kreise!

Du spielst mit unseren Errungenschaften!

Du verhext unsere Jugend!

Du bringst Chaos in unser Leben!

Du bist eine hemmungslose Pornografin!

Du setzt uns Dinge vor, die wir nicht verstehen!

Du machst dich über uns lustig!

Du verbietest uns, deine Werke aufzuführen!

Du legst den Finger in unsere Wunden!

Du zwingst uns dazu, hinzuschauen!

Du verdirbst uns in einem fort den Spaß!

Du hältst uns dauernd den Spiegel vor!

Du machst uns lächerlich vor den Augen der Welt!

Du nimmst uns unsere Illusionen!

Du kannst die Dinge nie ein für allemal ruhen lassen!

Du bist eine Brandstifterin, ein Feuerteufel!

Du liebst es, unsere Mythen zu entzaubern!

Du beschmutzt unser Nest!

Du wirbelst mächtig Staub auf!

Du hast an allem etwas auszusetzen!

Du kannst dich nicht mit uns arrangieren!

Du kommst ständig mit neuen Vorwürfen daher!

Du willst nur Unruhe stiften!

Du kannst nie den Mund halten!

Du bringst unsere Vorstellungen ins Wanken!

Du stößt uns mit der Nase auf Dinge, von denen wir nichts wissen wollen!

Du irritierst uns mit künstlerischen Zumutungen!

Du gehst keinem Disput aus dem Weg!

Du lässt nichts, aber auch gar nichts aus!

Du stößt unsere Heiligen von ihren Sockeln!

Du hältst dich an keine Regeln und Vorschriften!

Du suchst ständig die Konfrontation!

Du musst dich überall einmischen!

Du hast dich der Blasphemie verschrieben!

Du raubst uns unseren Schlaf!

Du lässt an uns kein gutes Wort!

Du verwirrst uns mit rätselhaften Ergüssen!

Du bist von allen guten Geistern verlassen!

Du lässt deine Wut an uns aus!

Du bringst alles durcheinander!

Du bist eine unerträgliche Giftspritze!

Du erinnerst uns ständig an das, was wir vergessen wollen!

Du hast deine Auszeichnungen nicht verdient!

Du bist ein einziger Skandal!

(für Elfriede Jelinek, veröffentlicht im Themenheft 2018 zum Thema „Frieden“ des Österreichischen Schriftstellerverbandes)

/Soeben erschienen: Das Buch zum Projekt „Science meets fiction“

Mein Beitrag „Eine effektvolle Faser von Mösbauers kariertem Jacket?“ war auf der entsprechenden Ausstellung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials, Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft, zu sehen und ist nun auch Teil der Projektanthologie.

/EINE EFFEKTVOLLE FASER VON MÖSSBAUERS KARIERTEM JACKET?

Beitrag zu „Science meets Fiction“, Ausstellung  und Anthologie zum Wettbewerb EAM – Engineering Advanced Materials, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Es geht um die künstlerisch-literarische Interpretation („Womit könnte man es zu tun haben? Was könnte das sein?“) von Wissenschaftsfotografien aus der Nanotechnologie / elektronenmikroskopische Aufnahmen. Den Autoren wurde ein Pool von mehreren Bildwelten zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich literarisch frei auseinandersetzen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine effektvolle Faser von Mössbauers kariertem Jacket? Ein spezifisches Substrat aus Diracs Delta-Distribution? Ein maßgeblicher Term aus der Schwinger-Dyson-Gleichung? Ein loses Segment aus Faradays Käfig? Eine wichtige Säule innerhalb der Yang-Mills Theorien? Ein abgeplatztes Splitterchen aus Einsteins Geige? Ein schwaches Signal des Hertzschen Dipols? Ein signifikanter Abschnitt aus der Bornschen Näherung? Eine elegante Schwingung aus der Lorentz-Transformation? Eine undefinierte Variable aus der Feynman-Kac-Formel? Ein klassisches Phänomen der Landau-Dämpfung? Ein bahnbrechendes Ergebnis aus dem Franck-Hertz-Versuch? Ein kerniges Stückchen von Newtons Apfelbutzen? Ein reaktives Element des Planckschen Wirkungsquantums? Ein klassisches Resultat aus dem Doppler-Effekt? Ein erhebendes Beispiel für das Archimedische Prinzip? Ein energiereiches Häppchen von T’Hoofts Eichboson? Ein blindgewordenes Okular aus Galileis Teleskop? Eine verstörende Mutation des Youngschen Interferenzphänomens? Eine pulsierende Strahlung aus Bardeens Transistor? Ein denkwürdiges Anzeichen für Kopernikus Heliozentrik? Eine eindeutige Konstante aus der Maxwell-Boltzmann-Verteilung? Ein markantes Beispiel für die Auswirkungen des Noether-Theorems? Ein bis dato unbekannter Bauteil der Helmholtzspule? Eine denkwürdige Invarianz in den Lagrange-Formeln? Ein im Licht blitzendes Bruchstück aus Fresnels Linse? Ein klarer Hinweis auf die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation? Eine der kommunizierenden Röhren Pascals? Ein weithin strahlendes Residuum aus Madame Curies Laboratorium? Eine deutliche Mahnung vor Gilberts Magnetischer Kraft? Ein harter grauer Stoppel aus Röntgens Bart? Ein maßgebliches Axiom aus der Gibbsschen Phasenregel? Eine denkwürdige Botschaft aus der Laplace-Kosmologie? Ein zu erwartendes Resultat aus dem Rutherford-Experiment? Ein herausragender Koeffizient der Fourier-Gleichung? Ein unbekannter Ausschnitt aus Ptolomaeus Almagest? Ein starker Energie-Impuls-Tensor aus der Kaluza-Klein-Theorie? Eine unerwartet aufgetauchte Erscheinung des Bernoulli-Effekts? Eine bezeichnende Duplizität in Cavendishs Gravitationskonstante? Eine unvorhergesehene Interferenz im Carnot-Prozess? Eine plötzliche Verschiebung in der Raleigh-Streuung? Eine neue Vorschrift in Keplers Gesetzen? Eine unerklärliche Entwicklung auf Fermis Pasta-Teller? Eine vektoriale Funktion in der Clausius-Clapeyron-Gleichung? Eine kuriose Folge der Huygensschen Lichtgeschwindigkeitsmessung? Ein kosmisches Strahlen aus dem Mund von Becquerel? Ein veritables Anschauungsobjekt aus Sommerfelds Vorlesungen? Eine unlösbare Interdependenz in der Schrödinger-Gleichung? Eine neuartige Dimension im Hamiltonschen Prinzip? Ein ungewisser Zustand im Bethe-Weizsäcker-Zyklus? Ein neuentdeckter Grundsatz im Jouleschen Gesetz? Eine eigenartige Manifestierung der Voltaschen Säule? Ein reziproker Wert in der Pauli-Gleichung? Ein topografischer Vektor im Debye-Radius? Ein symptomatisches Bild der Kirchhoffschen Strahlung? Ein fast vergessenes Überbleibsel aus Lord Kelvins Gezeitenrechenmaschine? Ein wichtiger Skalar aus der Poincaré-Gruppe? Eine unklare Regel im Ampèreschen Gesetz? Ein angestaubtes Rechenmodell in Bohrs Arbeitszimmer? Ein homogener Koeffizient im Thomson-Effekt? Ein bildhaftes Geschehen in Rabis Kernspinresonanz? Ein positive Interaktion mit Townes Maser? Ein entscheidender Faktor im Higgs-Mechanismus? Eine neu zu evaluierende Einheit im Coulombsche Gesetz? Eine lockere Schraube aus Hawkings Rollstuhl?

Das Projekt.

Bilder von der Natur im 21. Jahrhundert – das müssen nicht mehr nur Bilder von Wäldern, Tieren oder dem Mond sein, sondern können auch Dinge und Lebewesen des Nanokosmos zeigen, ins Auge gefasst durch ein Mikroskop. Was aber würde ein literarisches Mikroskop zum Vorschein bringen? Das ist die Frage der Ausschreibung des Exzellenzclusters Engineering of Advanced Materials (EAM), einem interdisziplinären Forschungsverbund an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der neuartige Hochleistungsmaterialien erforscht und entwickelt (www.eam.fau.de/).

WissenschaftlerInnen machen Bilder, um zu erklären und zu überzeugen, um abstrakte Modelle zu visualisieren oder um Daten und Verbindungen sichtbar zu machen. Doch ebenso wichtig sind uns die anderen Perspektiven – die der Kunst und Literatur, der Ekphrasis oder des nature writing.

Die heutigen Einblicke und Möglichkeiten, zu verstehen, was im Kleinen verborgen liegt und sich vielleicht einmal als sehr nützlich erweisen wird, faszinieren WissenschaftlerInnen weltweit. „There’s Plenty of Room at the Bottom“ bemerkte schon der Physiker Richard Feynman 1959 in einem visionären Vortrag über neue Technologien auf mikroskopischer Ebene, die seither bereits in vielen Bereichen realisiert sind: in Form von miniaturisierten Computern und Elektronikbauteilen, leistungsfähigeren Solarzellen oder Leichtbauwerkstoffen. Die Möglichkeit, Objekte auf atomarer Ebene zu beobachten und zu gestalten, hat diesen ungeheuren Fortschritt in Naturwissenschaft, Medizin und Technik erst eröffnet, von dem wir alle leben, von dem aber auch neue und noch unbekannte Gefahren ausgehen könnten.

Neues entsteht durch Begegnung – von Partikeln und Materialien, aber von  Menschen und Disziplinen. Im EAM mit seiner Interdisziplinarität wird dies seit 10 Jahren gelebt. Um dieser Philosophie auch in einem neuen Kontext gerecht zu werden, schafft der Exzellenzcluster nun den Kontakt zwischen Wissenschaft, kultureller Öffentlichkeit und Schriftstellern. Wir wollen erfahren, wie die schreibenden KünstlerInnen auf all die neuen Bilder und Einblicke reagieren, die die Natur- und Ingenieurwissenschaften uns bereitstellen.

©Engineering of Advanced Materials (EAM), einem interdisziplinären Forschungsverbund an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Die Ausstellungs- Panele. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Jan Philipp Liebig/FAU Erlangen-Nürnberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Michael Kanofsky, Autor, Berlin

Die Ausstellung.

Die Ausstellung, die von Mitte September bis Ende Oktober 2017 im Kreuz+Quer – Haus der Kirche in Erlangen zu sehen war, stellte die ästhetische Schönheit 16 wissenschaftlicher Bilder aus den Forschungsbereichen des EAM dar und präsentierte dazu literarische Texte, die freie Assoziationen zu den Darstellungen widerspiegelten und Anreiz gaben, seine eigene Fantasie spielen zu lassen.

/summa summarum – eine bilanz

6000 aegyptische pfund verlor ich in einer gefuerchteten spielhoelle in kairo (aegypten) an zwei ausgebuffte halunken mit stechenden augen

5 euro blechte ich an einer zirrothischen pommesbude in berlin prenzlauerberg (deutschland) fuer eine portion schwerverdauliche currywurst mit fettfritten

400 afghani zahlte ich in einer rigoros gottesfuerchtigen kaschemme in kabul (afghanistan) fuer einen klebrigen maisfladen mit hammelragout

250 dalasi kassierte der unhoefliche kellner in einer abgefuckten hotelbar in banjul (gambia) fuer ein glas lauwarme coke

150 rupiah gingen in einem sinistren restaurant in jakarta (indonesien) fuer eine flasche ungenießbaren reisschnaps drauf

700 kronen kostete mich ein teller gebeizter lachs mit minzsauce in einem beliebten touristenlokal an der hogangattan in oslo (norwegen)

180 balba wurde ich in panama city (panama) fuer einen mehr als daemlichen weißen schlapphut mit weißer krempe los

4 britische pfund loehnte ich in einem obskuren pub in leeds (england) fuer zwei pints schales ale der marke haniston

50 gulden musste ich an einer ausgesprochen oeden tankstelle in leyden (holland) fuer eine fuellung diesel hinblaettern

6000 sloty waren in einem heruntergekommenen lebensmittelgeschaeft in krakow (polen) fuer eine flasche fusel zu entrichten

32 francs musste ich in einer halbseidenen promibar in bordeaux
(frankreich) fuer ein glaeschen korkelnden vin rouge lockermachen

10000 rubel kosteten mich in moskau (russland) ein belugadinner und fuenf runden vodka mit zwei abgehalfterten belorussischen mafiosi

5000 drachmen musste ich auf einem markt in thessaloniki (griechenland) fuer ein paar miserabel verarbeitete filzlatschen springen lassen

30000 lek waren in einem kuriosen restaurant am skanderbegplatz in tirana (albanien) fuer eine portion reis mit gruenen bohnen faellig

300 dirham bezahlte ich in einem saubloeden andenkenladen in rabat (marokko) fuer eine sagenhaft geschmacklos gemusterte schafwolldecke

5000 dinar loehnte ich in einer drittklassigen absteige in tripolis (lybien) fuer ein alles andere als gesundheitlich ausgewogenes fruehstueck

2500 birr wanderten in einer garkueche in addis abeba (aethopien) fuer einen halbvollen napf hafergruetze ueber den tisch

900 leu kostete mich eine stunde mit einer ehemaligen schoenheitskoenigin namens natascha in einem verlausten puff in konstanza (rumaenien)

60000 ouguiya entrichtete ich fuer einen aeußerst anstrengenden zweistuendigen kamelritt in nouakchott (mauretanien)

4000 kap verde escudos waren in einem ueberfuellten strandcafe in praia (kap verde) fuer einen teller saure gurkensuppe faellig

732 leone beglich ich nach einem verloren gegangenen huetchenspiel mit fanatisierten freischaerlern in freetown (sierra leone)

630 cedi kostete mich ein verdammt mies bewachter parkplatz in der ausgesprochen dubiosen altstadt von accra (ghana)

13 usdollar musste ich in einem schaebigen vorortdiner in seattle (usa) fuer einen doppelten dafuer pappigen cheeseburger und zwei dosen michelob cashen

60 dong bezahlte ich in einem grottenschlechten speiselokal in hanoi (vietnam) fuer eine halbe portion gedaempften rehpinscher mit glasnudeln

300 austral wollte man in einem dreisterneschuppen in buenos aires (argentinien) fuer die sichere verwahrung meines ebenso alten wie flaschengruenen reisekoffers

110 tansania schillling durfte ich in daressalem (tansania) fuer die ausnehmend sinnlose besichtigung eines zweifelhaften heldendenkmals anlegen

120 riyal kostete mich ein laengst faelliges telefonat in die heimat in einer leider stark frequentierten telefonzelle in doha (katar)

51000 lilangeni waren in mbabane (swasiland) fuer die obligatorische teilnahme an einer langweiligen vorfuehrung landestypischer folklore hinzublaettern

40 zypernpfund musste ich in einer sattsam bekannten unterweltbar in nikosia (zypern) fuer eine halbe pulle zypriotischen schampus auf den tisch knallen

1400 schekel bezahlte ich in einem koshershop in der dizengoffstrasse in tel aviv (irsrael) fuer sechs makabeebier und einmal falafel

110 rupien durfte ich in colombo (sri lanka) fuer einen halbstuendigen ausritt auf einem heiligen aber mueden elefanten verbraten

1000 baht musste ich in einem importexportbazar in bangkok (thailand) fuer ein schlecht gemachtes roleximitat hinlegen

7000 pesos investierte ich in einem schnellimbiss in einem touristenviertel von mexiko city (mexiko) fuer eine portion absolut ungenießbares burito nach gauchoart

7300 quetzal waren in guatemala city (guatemala) fuer zwei naechte in einem stinkenden und klapperschlangenverseuchten fernfahrermotel aufzubringen

4000 cruzado kostete mich der eintritt in eine schraege salsabar in einem lebensgefaehrlichen stadtteil von sao paulo (brasilien)

380 yen verlangte eine schon etwas betagte geisha in tokio (japan) fuer eine ordentliche abreibung mit einer anschließenden kalten dusche von mir

8000 yuan musste ich fuer den dreistuendigen ausflug zu einer sensationell makaberen tempelanlage in tientsin (china) aufwenden

2700 lempira nahm man mir in tegucigalpa (honduras) fuer einen miserablen eintopf aus hirse kalmuecken huehnerkacke und anderen regionalen spezialitaeten

390 schweizer franken musste ich in zuerich (schweiz) fuer ein mittelpraechtiges hinterhofhotelzimmer ohne service und fruehstueck berappen

(konjunkturbedingte schwankungen, inflationsbereinigter text)

/Plan.Quadrat. Ein hypothetischer Roman

Bildschirmfoto 2016-01-14 um 17.22.13Im Institut für Quantenmechanik geschieht Seltsames. Newton widmet sich einem Hummer. Eine Laborassistentin macht Quantensprünge. Und Ahorner versteht die Welt nicht mehr.

Plan.Quadrat. Ein hypothetischer Roman von Michael Kanofsky. Jetzt gedruckt und als E-Book. Im Buchhandel zu bestellen und auf Amazon.

/Mein Hörspiel „zukunft, re-visited“ jetzt auch auf CD zum Buch „Hörspielplätze – Positionen der Hörspielkunst“

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Krieg der Welten, Sie leben!, Formicula, The Fog – Nebel des Grauens: Das Hörspiel zukunft, re-visited versetzt uns in die stereotype Welt klassischer und zeit-genössischer utopischer Romane und Filme und beschäftigt sich auf sprachlich-spielerischer Ebene mit den immer wieder kehrenden Topoi solcher Stoffe. zukunft, re-visited versteht sich als Manual für die Produktion, als Bauanleitung für einen utopischen Roman und/oder Film, dessen Basis eben jene Stereotypien sind, die uns bei Genres dieser Art immer wieder faszinieren.

Konzeption, Text, Regie: Michael Kanofsky
Produktion: Tonstudio Holly Wien/Musik: S. Joly
Sprecher: Monika Freisfeld-Pampel, Wolfgang Pampel, Detlef Eckstein, Peter Wolfsberger
Länge: 14,56 Minuten

Das Hörspiel hat den 2. Preis beim Leipziger Hörspielsommer 2007 gewonnen.  Beim Berliner Hörspielfestival 2010 wurde zukunft, re-visited mit dem „Kurzen Brennenden Mikro – 3. Platz“ ausgezeichnet. zukunft, re-visited wurde  jetzt auch in der 20-Minuten-Langfassung  auf einer Sammel-CD zu dem Buch „Hörspielplätze – Positionen zur Hörspielkunst“ (Leipzig, 2011) veröffentlicht.

/From Earth to Space, from Space to Earth.

Jeder kennt Juri Gagarin, Neil Armstrong oder Ulf Merbold. Aber wer waren und sind die anderen? Männer und Frauen im Weltraum. Von Wostok1 über Mercury, Sojus und Apollo bis zu MIR und ISS. Zum Weltraumspaziergang check in here.

/In memory of the people of the Titanic

Vor 100 Jahren, am 14. April 1912, sank die Titanic.

An Bord: 2.200 Passagiere der 1., 2. und 3. Klasse und die Crew-Mitglieder.

In Erinnerung an diese Menschen – egal ob Verstorbene oder Überlebende – habe ich für jede einzelne Person eine Gedenk-Namenskarte geschrieben. Name für Name steht hier für ein ganzes, individuelles Leben. Die Namen basieren auf dem Buch von Tom McCluskie, Michael Sharpe und Leo Marriott: Titanic and her Sisters Olympic & Britannic, London 1998. Für einen optimalen Bildeindruck am besten den „Vollbild“-Modus wählen.

Die Crew

Passagiere 1. Klasse

Passagiere 2. Klasse

Passagiere 3. Klasse, britische Nationalität, eingeschifft in Southhampton

Passagiere 3. Klasse, nicht-britische Nationalität, eingeschifft in Southhampton

Passagiere 3. Klasse, nicht-britische Nationalität, eingeschifft in Cherbourg

Passagiere 3. Klasse, nicht-britische Nationalität, eingeschifft in Queenstown, Irland

/Operation Overlord

eine worttopografie

namenlose dörfer

kleine ortschaften

verschlafene weiler

badeorte

städte

als die alliierten truppen am 6. Juni 1944 mit der landung in nordfrankreich zu einem der entscheidenden schläge gegen die nazidiktatur ausholten fanden viele der schlachten und scharmützel im rahmen der am 25. august mit der befreiung von Paris endenden operationen in und um zahllose ortschaften in der normandie und in der bretagne statt

so manche namen wie dünkirchen caen oder cherbourg kennt man aus dem geschichtsunterricht

aber was ist mit den vielen anderen orten (und den menschen die dort lebten) die namenlos geblieben sind

im rahmen meines worttopografieprojektes d-day habe ich diese namen im sinne eines künstlerischen erinnerungsprozesses als textzeichen bewahrt

schreibweise und visuelles erscheinungsbild wurden dabei behutsam verfremdet auf die französischen akzentzeichen wurde bewusst verzichtet

als quelle diente mir das hervorragende buch „D-Day“ von Antony Beevor, London 2009

besuchen sie d-day/operation overlord hier (am besten im Vollbildmodus).