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…die ich besser nicht gemacht hätte

Amanda
vernaschte jeden, der ihr über den Weg lief
verbrachte Tage und Nächte mit ihrem Astrologen
vergaß sich bei den kleinsten Anlässen
vermutete ständig Intrigen hinter ihrem Rücken
verlangte immerzu Pretiosen von mir
versuchte sich als Hypnotiseurin (allerdings ohne Erfolg)
verkrachte sich fortwährend mit ihren Zeitgenossen
versaute jedem den Spaß
verbat sich jegliche Einmischung in ihr Privates
vertrödelte ihre Zeit mit Quacksalbern und Scharlatanen
verschandelte ihre Erscheinung mit absolut geschmackloser Kleidung
verschanzte sich hinter einer undurchdringlichen Maske
verteufelte die Männer
verübelte mir meine Existenz
verstieg sich in abstruse Behauptungen
verplapperte sich bei den unpassendsten Gelegenheiten
verlustierte sich mit einer extravaganten Göre aus Lichtenrade

Griselda
übertraf zunächst meine Erwartungen
war zu Beginn eine Seele von Mensch
enttäuschte dann allerdings auf ganzer Linie
wurde anmaßend und boshaft
entrückt und überspannt
hysterisch und bigott
launisch und flegelhaft
kleinlich und miesepetrig
rüpelhaft und bissig
raffiniert und berechnend

Genoveva hatte ein monströses Hinterteil, ein unflätiges Benehmen, keine Ahnung von der Malerei der Renaissance, eine  einschüchternde Oberweite, Mundgeruch, keinen Sinn für Humor, eine seltsame Aussprache, Hände wie eine Kolchosenbäuerin, einen Hang zur Perversion, eine Vorliebe für Knackwurst mit englischem Senf, eine stockfinstere Gemeindewohnung im vierten Wiener Bezirk,  ein schrulliges Mütterlein, ein Problem mit ihrer Vergangenheit,  einen Chef, der ihr nicht paßte, hin und wieder heftiges Bauchgrimmen,  einen exorbitanten Watschelgang, eine Abneigung gegen Dresden, Bad Harzburg und Bottrop, recht wenig Charakter, alles durchdringende Augen, Sterndeuterei als Hobby und Berufung.

Walburga
war eine durch und durch verwöhnte Weibsperson
begnügte sich nur mit dem Besten
wollte ständig dies und jenes
gierte nach einem „5-Sterne deluxe“-Leben
gab sich nie mit etwas zufrieden
stellte immerzu Forderungen
konnte den Hals nicht voll kriegen
war neidisch auf alles und jeden
wollte ausschließlich in den besten Häusern absteigen
verlangte mehr von mir als ich zu geben bereit war

Kunigunde
war ein Herzchen erster Güte: arrogant, zynisch, übellaunig, maliziös, garstig, beleidigend, unleidlich, grillenhaft, unberechenbar, falsch, unbequem, exzentrisch, überempfindlich, kapriziös.

Wilhelmine

war eine Lactosefreie mit brünetten Rastazöpfchen, sehr schick im sommerlichen Top, Flipflops an den Füßchen, Piercing im Nabel, die Haare silbrig glänzend, giftgrüne Smoothies trank sie dreimal täglich, ansonsten streng vegan, war sie allergisch gegen Weizen und Hundehaar , das Smartphone war ihr ein und alles, ständig musste sie etwas liken und  tweeten und bookmarken, daneben war sie mannstoll, verteilte auch ganz gerne Backpfeifen, wenn ihr was nicht passte.

Carlotta
war eine durch und durch überkandidelte Nudel
trug meist ein irrwitzig geschmackloses Hütchen
war stets damit beschäftigt sich ins rechte Licht zu setzen
rannte täglich zu drei verschiedenen Ärzten
lebte in einem ständigen Widerspruch
machte fortwährend Faxen und Sperenzchen
kannte weder Maß noch Ziel
war nicht von dieser Welt

Ich habe sie dennoch alle geliebt…